10.4 SAG – VEB – VVB – MEE – RFT und PGH – was war das?

„SAG“: Nach erfolgter Besetzung durch die Sowjets wurden zahlreiche Industriebetriebe in „Sowjetische Staatliche Aktien Gesellschaften“ umgewandelt. Die „Volks- Eigenen Betriebe“ nannte man „VEB“. Wenn sie unter Kreisverwaltung standen, hießen sie „VEB (K)“, die unter einer Bezirksverwaltung stehenden „VEB (B)“. Intern nannte man die Betriebe, welche der zentralen VVB-Leitung unterstanden, „VEB (Z)“. Um diese „Volkseigenen“ besser kontrollieren und steuern zu können, wurden im Juli 1958 „VVB’s“ ins Leben gerufen, die so genannten „Vereinigungen Volkseigener Betriebe“. Drei Gruppen gab es davon:

> die VVB Bauelemente und Vakuumtechnik,

> die VVB Nachrichten- und Meßtechnik

> die VVB Rundfunk und Fernsehen.

Weitgehende Befugnisse hatten diese Institutionen. Sie veranlassten die Konzentration der Produktion und verordneten auch das (Radio-) „Aus“ für manche Firmen (Goldpfeil, Stern Rochlitz, Stern Staßfurt u. a.). Ferner waren sie verantwortlich für die Richtlinien zur Standardisierung von Baugruppen für Rundfunkempfänger.

Und schließlich gab es noch das Berliner „Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik“ „MEE“, dem mit Ausnahme der VEB(B/K) die gesamten RFT-VEB‘s und deren VVB‘s unterstanden. Dort reiften in den Sechzigern Überlegungen, die eine Zusammenfassung sowohl aller Betriebe der Branche als auch deren wichtigste Zulieferanten in neu zu bildende Kombinate zum Ziel hatten. Das Hin und Her einzelner Produktionszuweisungen war nicht immer wirtschaftlich – gelegentlich wurden die Zustände chaotisch. Alle in den VVB‘s zusammengeschlossenen volkseigenen Betriebe der Radio- und Fernmelde-Technik durften das R-F-T Emblem verwenden. Schon 1946 war es entstanden und 1957 wurde es zum offiziellen Signet, welches die betreffenden VEB’s im Firmennamen führten. Dieses in 72 Staaten geschützte Warenzeichen findet man sowohl an DDR-Radios und Fernsehgeräten, als auch an Plattenspielern, Tonbandgeräten, Lautsprechern, Mikrophonen und Verstärkern.

Und die Hersteller von fernmeldetechnischen Einrichtungen, HF-Mess- und Prüfgeräten, elektrischen Uhrenanlagen, Röhren, Glühlampen, Trockengleichrichtern, Kondensatoren, Widerständen usw. kennzeichneten ihre Produkte ebenfalls mit dem RFT Signet. Verschiedene kleinere Betriebe schlossen sich „vorsorglich“ zu einer so genannte „Produktions-Genossenschaft des Handwerks“ zusammen. Die erhielten das Kürzel „PGH“.