3.65 Philips, Hamburg und Aachen *

Philips image349

 

Hierzulande schätzen manche Sammler erst die Philips­ Geräte ab 1935. Von da an wurden sie in Deutschland fabriziert - kamen aus dem neu erstellten Werk Aachen. Interessant ist aber ein Rückblick bis ins Jahr 1891. Es war das Gründungsjahr der Firma Philips & Co., aus der 1912 die "Philips ­Gloeilampenfabrieken", Eindhoven, hervorgingen.

Wie die zu Siemens & Halske gehörende Osram ­Gesellschaft stellte Philips damals Glühlampen her und wie Osram ab 1916 auch Verstärkerröhren. Philips hatte schon frühzeitig den Wert der Forschung erkannt und wurde auch auf dem Gebiet der Rundfunkröhren zu einer europäischen Größe, die Telefunken das Fürchten lehrte. Bereits 1923 zählten die "Philips­ Miniwatt ­Röhren" zu den Besten und Telefunken suchte sein Heil in vertraglichen Abmachungen. Aufgrund des "Lieben ­Patents" konnten die Philips­ Röhren vom deutschen Markt ferngehalten werden.

 Inserat aus:   „Der Rundfunk-Händler“, Aug. 1943

 

Sich damit abzufinden, war jedoch nicht Anton Philips' Art. Der suchte die Kooperation mit der Hamburger Röntgenröhrenfabrik C.H.F. Müller, in der auch schon seit 1916 Verstärkerröhren gebaut wurden - die nun in ihrer 1924 gegründeten Tochterfirma, der "R.R.F." (der Radio­ Röhren ­Fabrik GmbH), Audionröhren mit der Bezeichnung "Müller normal" bzw. "Valvo normal" produzierte.

 

 Philips image351

 

Im März 1925 begann die Zusammenarbeit, 1927 konnte Philips die Firma C.H.F. Müller erwerben, aber erst 1932 deren Tochter "Valvo". Telefunken hatte Valvo einen für Ersatzbestückungen limitierten Marktanteil zugestanden und die drei Firmen: Telefunken auf der einen, Valvo und Philips auf der anderen Seite - arbeiteten gleichermaßen zusammen wie auch gegeneinander. Offensichtlich fanden sie es nicht ungewöhnlich, dass ihre streitenden Anwälte die Gerichte anriefen, während ihre Kaufleute Lieferverträge abschlossen. Telefunken nämlich bezog - weil Philips im Besitz des (fraglichen) Patents war und man im eigenen Hause mit technischen Problemen zu kämpfen hatte - zeitweise die meisten Schirmgitterpentoden (die 12er­ und 18er ­Serien mit bifilar gewickelten Heizfäden) von Philips bzw. Valvo, selbstverständlich mit Telefunken­ Beschriftung.

Der erste Philips­ Empfänger soll zwar schon 1918 gebaut worden sein, aber zum Beginn des Rundfunks (1923) gab es keine Philips­ Radios. Auch 1926 noch nicht, als in Berlin die "Deutsche Philips GmbH" gegründet wurde. Sie sollte auf dem deutschen Markt die in Eindhoven hergestellten Lautsprecher, Netzanoden und Ladegeräte vertreiben - einschließlich der "Ladekolben" - das waren Gleichrichterröhren. Bezüglich des Verkaufs anderer Philips- oder auch Valvo Röhren gab es zu dieser Zeit ziemliche Streitereien mit Telefunken.

Als die Holländer - erst 1927 - in die Radioproduktion einstiegen, verzichteten sie auf Detektorgeräte und fertigten Röhrenempfänger der Typen 2501 in Wechselstrom­ sowie 2502 in Batterie­ Ausführung. Die ähnlich aufgebauten Nachfolge-Typen von 1928: 2514 in Wechsel­ und 2524 in Gleichstrom ­Ausführung, konnte man 1929/30 in deutschen Katalogen als Paladin 20 entdecken. Auch der schlichte Einkreiser Paladin 5 (Gehäuse ähnlich dem der Philips Netzanode 3003) war in den 1929er Radiokatalogen enthalten.

 

 Philips image356

 

Um auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen, hatte Philips 1929 Anteile der notleidenden Firma Lorenz gekauft, welche vertragsgemäß die Eindhovener Modelle fabrizierte. Über die Berliner Deutsche Philips GmbH sollten diese Empfangsgeräte vertrieben werden. Hilfsweise wurde aber über C.H.F. Müller auch Valvo, die Radio­ Röhren­ Fabrik, eingeschaltet, die den Paladin 5 als RRF 1 offerierte.

 

 Philips image359

 

Philips image370

 

Philips image362

 

Philips image372

 

Viel Reklame wurde für den Paladin gemacht. Er stand nicht nur in den Katalogen, auch in den Illustrierten wurde kund getan, dass Philips nun ein bisher nie da gewesenes hervorragendes Radiogerät auf den deutschen Markt bringen wollte.

 

 Philips image367

 

Der Funkindustrieverband indessen sorgte dafür, dass die Lorenz­ Philips­ Geräte schnell wieder aus den Katalogen verschwanden. In einem Prozess wurde Lorenz zur Einstellung dieser Produktion gezwungen und beendete die Philips ­Liaison mit einer schmerzhaft verlustreichen Trennung (siehe 3.53).

 

Philips image375

Paladin 5 war das kleinere der beiden Philips­ Geräte, welche nur im Katalog 1929/30 auftauchten. Durch einen Gerichtsbeschluss wurde der Vertrieb von Phi­lips­ Radios – auch solchen aus der Lorenz­ Fabrik – mit sofortiger Wirkung untersagt (siehe hierzu auch die Firmengeschichte 3.53 – Lorenz).

Der hier abgebildete Zweiröhren­ Einkreis ­Netzempfänger, eigentlich ein Paladin 5, sollte so nebenher von der Valvo „Radio ­Röhren­ Fabrik“ Hamburg­ Lokstedt als „Wechselstrom­ Empfänger RRF 1“ vertrieben wer­den. Philips hatte auch mit dem Versuch, auf diesem Wege in den deutschen Markt einzudringen, kein Glück. Der Siebeneck ­Konuslautsprecher Type 2016 jedoch durf­te unbehelligt verkauft werden.

 

 Philips image364

 

Den Paladin 20, laut Katalog ein „Dreiröhren­ Schirmgitter ­Netz ­Bezirks­ und Fernempfänger für Wechselstromanschluss“, ereilte dasselbe Schicksal wie den Paladin 5. Telefunken und der VDFI sorgten dafür, dass er in Deutschland schon kurz nach seinem Erscheinen nicht mehr verkauft werden durfte. Links dahinter steht nicht etwa ein kleiner Bruder – das ist die Röhrenschachtel. Der Sammler findet sie seltener als den Paladin, der noch öfter angeboten wird. Der Philips Lautsprecher Type 2007 – welcher vom Sammler „die Suppenschüssel“ oder „Bratpfanne“ genannt wird, zählt auch nicht zu den Raritäten.

 

 Philips image380

 

Fortan musste sich Philips wieder - wie 1926 - auf den Verkauf der zuvor genannten Zubehörteile, Lautsprecher und Sperrkreise beschränken. Die Holländer waren darüber nicht gerade glücklich und überlegten, durch welche juristischen Tricks man diesen Zustand ändern könnte. Es kam wieder zu Auseinandersetzungen, die zur Abwechslung auch einmal damit endeten, dass die Kontrahenten 1931 die sogenannte "Weltinteressengemeinschaft Philips­ Telefunken" besiegelten. Meinungsverschiedenheiten gab es natürlich nach wie vor, bereits beschlossene Vorhaben wurden revidiert - die Juristen wollten schließlich etwas zu tun haben.

Nach dem Studium zahlreicher, sich auch widersprechender Dokumenten­ und Buchquellen hat es der Autor vorgezogen, dieses unübersichtliche, teils unverständliche Patent­ und Lizenzgefüge, in das noch weitere Institutionen und Gesellschaften eingebunden waren als die Firmen Telefunken, Philips, Lorenz und Huth, wieder bei den Akten verstauben zu lassen. Hier mag die Feststellung genügen, dass es Philips 1934 gelang, eine eigene Fertigung in Deutschland zu legalisieren.

Telefunken zeichnete für den Vertrag verantwortlich, in dem festgeschrieben wurde, dass Philips künftig 4,7 % des hiesigen Marktes für sich beanspruchen durfte. Die VDFI­ Mitglieder fanden das gar nicht gut. Dr. Anton Philips hätte wohl die Telefunken­ Leute über den Tisch gezogen, meinten sie. Telefunken rechtfertigte sich damit, dass die deutschen Hersteller doch nun ohne Gebühren Philips­ Schutzrechte mitbenutzen dürften; die Bauerlaubnisnehmer honorierten das nicht.

Nun aber war es passiert: als ordentliches Mitglied des Funkverbandes hatte Philips endlich den Fuß auf deutschem Boden und begann 1934, als schon die Grundsteine in Aachen gelegt waren, noch in Hamburg mit einer ersten (Klein­) Serie. Das Einführungsmodell war der Aachen­ Super W , der noch so etwa dem holländischen 521 A entsprach. Möglicherweise wurde er in geringen Stückzahlen in Hamburg nur fertig montiert. 1934 soll er schon auf dem Markt gewesen sein - unter Sammlern ist er kaum bekannt. Jeder kennt dagegen die Hamburg ­Zweikreiser D 43 W und D 43 GW. Neben den Aachen ­Superhets D 45 und D 46 findet man sie in den Radiokatalogen von 1935.

Philips image384

 

Philips image383

 

Philips image386

 

1935 kamen Philips Radios mit „Telefunken-Bauerlaubnis“ legal in deutsche Kataloge. Der noch hochformatige Hamburg D 43, ein Dreiröhren-Zweikreiser, wurde als einziges Philips ­Modell auch in einer Allstromausführung geliefert – bestückt mit C-Röhren.

 

Philips image390

 

Offensichtlich wurde 1935 der abgebildete Phi­lips Aachen ­Super D 46 in wesentlich größeren Stück­zahlen verkauft als der D 45: man kann ihn noch in mancher Sammlung finden. Besonders interessant ist seine Gestaltung. Er hat noch die flache Skala eines Hochformat Radios. Der zuvor über der Skala angeord­nete Lautsprecher wirkt wie ein linksseitiger Anbau. „Mendelsohnsche Bauten“ (vgl. Blaupunkt im Kap. 2.9 und 3.11) könnten bei die­sem neuen Querformat als Vorbild gedient haben. „Trennschärfe und Empfindlichkeit: sehr hoch“ steht in der Beschreibung dieses mit vier A­-Röhren bestück­ten Sechskreis­ Superhets.

1936 begann das Philips Repertoire mit zwei Geradeausempfängern: dem Einkreiser Atlas 12 und dem Zweikreiser Aladin 23 . Die wurden möglicherweise gar nicht in Aachen produziert - wahrscheinlich kamen sie auch nur in kleineren Stückzahlen auf den Markt. Das größere Interesse galt den Siebenkreis-Superhets D 48 und D 49.

 

Philips image399

 

Nur 1936 hatte Philips diese beiden „Kleinen“ – den Atlas D 12 (ein Zweiröhren­ Einkreiser, oben) und Aladin D 23 (den Dreiröhren ­Zweikreiser, unten) im Lieferprogramm. Ab 1937 gab es ausschließlich Siebenkreis­ Superhets. Beim Sammler aber finden sie große Beachtung, und nicht zuletzt deshalb, weil es sich um vorbildliche Chassis Aufbauten handelt. Schnell bildete sich ein Kreis von Philips Liebhabern; erst recht aber begeisterte sich diese Klientel für die "Monoknopf­ Modelle" von 1937 und 1938.

Geradeausempfänger konnte man im Lieferprogramm ab 1937 deshalb nicht mehr finden, weil Philips schon 1936 mit den beiden "Aachen­ Superhets" so gut ins Geschäft gekommen war. Nun wollten die Erfolgsverwöhnten die vereinbarten Jahresstückzahlen von 50 bis 60.000 Einheiten ganz mit den Modellen der höheren Preisklasse abdecken.

 

Philips image393

 

Philips image402

 

Philips image396

 

Nur der etwas schlichter aufgebaute Aachen Super D 61 hatte 1937 keinen „Monoknopf“, alle andern wurden damit ausgestattet. Das waren die Aachen­ Superhets D 52, D 53, D 54 und der Musikschrank D 55. Hier abgebildet ist der Aachen­ Super D 52 und mit dem gleichen Chassis das Standmodell Aachen­ Super D 54. Beide wurden mit sieben Kreisen und mit 4+3 Röhren ausgestattet. Das Inserat wurde dem „Radio-Händler“, Heft 15 / 1937 entnommen.

Die deutschen Fabrikate, welche bis 1935 auf den Markt kamen, waren zwar konstruktiv unterschiedlich, nicht aber grundsätzlich. Die neuen Philips Konstruktionen aber verblüfften manchen Techniker und dies trifft insbesondere auf den großen 1937er Aachen Super D 53 zu.

 

Philips image409

 

Der für den Sammler interessanteste Philips Siebenkreis Superhet ist der 1937er Aachen Super D 53 – der ungewöhnlichste unter allen „Monoknöpfen“. Schon die Röhrenbestückung: AK 2, AF 3, zwei ABC 1, zwei AL 4, AM 2, AZ 1 und G 2004 lässt ahnen, dass es sich hier um eine Spezialität handelt, die eigentlich nur von Philips kommen konnte. Die AZ 1 dient nicht der Netzgleichrichtung – dafür reicht die G 2004 vollauf. Philips gebrauche sie für das Primärrelais einer überaus komplizierten Abstimmhilfe. Und weil die dazu erforderliche Tonfrequenz Energie vom Ausgangstrafo abgenommen wird, benötigt man die zweite (parallelgeschaltete) AL 4. Man hätte – sagt Philips – sie auch deshalb schon gebraucht, weil der D 53 mit einem „Kontrastheber“, einer Schaltung zur Verbesserung der sendeseitig eingeengten Dynamik ausgestattet war. Um die Gesamtkonzeption zu durchblicken – so spötteln die Fachkundigen – muss man schon den „Dr. Phil.(ips)“ im Namen führen. Eingehende Erklärungen über das von Philips erdachte Verfahren könnten eine Broschüre füllen, Lange und Nowisch brauchten schon für das Schaltbild zwei Buchseiten.

 

Philips image406

 

Philips image409

 

1938 folgte den 37er-„Monoknöpfen“ nur noch ein weiterer: der Aachen Super D 57. Äußerlich sieht er seinen Vorgängern recht ähnlich, die technische Seite aber zeigt Fortschritte. Jetzt ist es ein Vorstufensuper. Und im NF-Teil findet man wieder eine Philips Spezialität: weil alle Systeme der ABC 1 für Diodenfunktionen gebraucht werden, das C-System also in der NF-Stufe fehlte, ließ Philips vor der Endstufe eine AF 7 als Triode arbeiten. Mit der Röhrenbestückung: AF 3, AK 2, AF 3, ABC 1, AF 7, AL 4, AM 2 und AZ 1 steht der D 57 zwar im Schatten des D 53, zählt aber (nicht zuletzt aufgrund seiner HF-Vorstufe) zu den interessantesten Hochleistungsempfängern der Saison 1938/39.

 

Philips image412

 

Wer die Senderwahl durch Tasten bevorzugte, konnte 1938 – wenn er rund 400 Mark auszugeben bereit war – auch den Aachen Super D 58 erwerben. Der hat in seiner HF-Vorstufe schon eine rauscharme EF 13 und als Mischröhre die ECH 11 – der Rest wurde noch mit A-Röhren bestückt. Mit dem Motorantrieb können acht eingestellte Sender angesteuert werden.

 

Philips image415

 

Diese Bauform mit der „Flutlicht­ Uhrenskala“ wurde von Philips auf dem deutschen Markt nur einmal angeboten. Aachen ­Super D 60 heißt der schön gestaltete Empfänger, Baujahr 1939. Er enthält noch A­ Röhren, als magisches Auge wurde jedoch die EFM 11 bevorzugt. Auch der D 60 war mit sieben Kreisen und fünf Röhren üppig ausgestattet, aber aufgrund seines unkomplizierten Aufbaus kostete er einschließlich Röhren nur 235 Mark. Die Preise der Monoknopf-Geräte überstiegen 300 Mark, der Drucktastensuper aus dem Vorjahr kostete, ebenso wie der 1938er D 63, stolze 394 Mark.

Das Philips-Angebot von 1939 war vielseitiger als das des Vorjahres. Dem D 60 mit der Uhrenskala folgte der schlichte D 61, welcher aber schon mit einer HF-Vorstufe ausgestattet wurde. Neuartig und für den Techniker besonders interessant ist der D 62 und beim D 63 handelt es sich im Wesentlichen um eine abgewandelte Gehäuseform des D 58.

 

Philips image418

 

Über ein Rasthebelsystem erfolgte die Einstellung des „Dreifach­ Tauch ­Kondensators“, wenn eine der sechs sogenannten „Blitztasten“ gedrückt wurde. Philips verwendete dieses mechanische Sendereinstellverfahren nur bei dem Aachen ­Super D 62 von 1939. Er war rund 60 Mark billiger als der D 63 mit Motorwähler.

 

Philips image420

 

Das Chassis eines Philips mit „Blitztasten“. Dieses holländische Modell ist mit den „roten“ E­-Röhren bestückt. Im deutschen D 62 stecken die Typen: EF 13, ECH 11, AF 3, EFM 11 und ABL 1. Der Techniker wundert sich über die „erstaunlich normale“ Schaltung.

 

Philips image422

 

Der letzte der „Großen“ aus dem Philips­ Vorkriegsprogramm: der Aachen ­Super D 63 mit Motorwähler und wie der D 62 natürlich auch mit Hochfrequenz­ Vorstufe. NF-seitig arbeitet die AF 7 jetzt in Pentodenverstärkung und als magisches Auge wählte Philips die EM 11. Andere Großsuper der Saison waren durchweg mit Stahlröhren der E-Serie bestückt. Philips machte die Ausnahme und das nicht ohne Grund. Gerne hätten die Holländer ihre Radios mit roten Röhren bestückt, aber das durften sie nicht. So beschränkten sie sich bei den Stahltypen auf das Notwendigste und das waren die EF 13 und ECH 11. Ansonsten findet man auch im großen D 63 noch die veralteten Röhren der A-Serie mit der AL 4 in der Endstufe. Der hervorragende Philips Lautsprecher ersetzte das, was eine AL 5 oder EL 12 an höherer Ausgangsleistung gebracht hätte.

 

Philips image395

 

Parallel zum großen Vorkriegs Philips, dem Aachen Super D 63 erschien 1939 auch das Schrankmodell D 63 T mit eingebautem Plattenspieler. Auf der Rückwand des hier abgebildeten Schranks steht jedoch D 65 – möglicherweise ist er erst später gebaut worden. Dem Tischgerät gegenüber hat das Schrankmodell den Vorzug der noch besseren Basswiedergabe durch den größeren Konzertlautsprecher – und die AL 4 hatte mit ihm keine Probleme.

Alle in Aachen hergestellten Philips Radios waren für Wechselstromanschluss vorgesehen; beim Anschluss an Gleichstromnetze wurde ein Wechselrichter erforderlich, der mit wenigen Handgriffen ins Gerät eingesetzt werden konnte. Dessen störanfälliger Zerhacker war ein kleiner Wermutstropfen in dem Cocktail, welcher sich ansonsten durch leistungsfähige Empfangsteile, hochwertige Tonqualitäten und geschmackvoll gestaltete Gehäuse auszeichnete.

Die Geschichte des Unternehmens ab 1945 wird im Kapitel 9 - Chroniken westdeutscher Nachkriegs Radiofirmen - unter "Philips" fortgesetzt. Ein holländisches Philips Radiogerät ist im Kapitel 16.3 abgebildet.